Warum wir im Leben manchmal fallen müssen oder warum uns wahre Liebe und Vertrauen niemals im Stich lässt

Diese Zeit.. ist eine ganz besondere. Nicht viel von dem, was wir glauben, dass uns Sicherheit gibt, bleibt. Es bricht und bröckelt und die scheinbaren Steine da draussen , rieseln wie Sand weg.

Was passiert mit uns in dieser Zeit? Wir kämpfen und kämpfen und versuchen alles irgendwie gerade zu biegen und immer wieder laufen wir gegen Mauern, weil ein Teil in uns sich sträubt, sich so zu fühlen. Wir fühlen uns ausgeliefert, klein und hilflos.

Denn wir erkennen, dass es da draussen nichts gibt, was sicher ist. Nichts was in Stein gemeisselt ist, nichts was uns gelernt wurde, gibt uns noch Halt.

Und so sitzen wir nackt und frierend vor dem Nichts und toben und sind unendlich wütend über das was uns widerfährt.

Doch irgendwann sind wir zu müde zum Kämpfen, zu müde um sich weiter aufzulehnen, gegen das was ist. Wir lernen, dass es keinen Sinn hat, es wegmachen zu wollen, sondern uns bleibt nur eines, stehenzubleiben im Feuer, stehenzubleiben im Schmerz und diesen zu fühlen und zu erkennen was er uns zeigen möchte.

Und dann öffnet sich plötzlich eine ganz neue Welt, eine Welt die wir vorher in all dem Trubel nicht sehen konnten. Wir können erkennen, dass wir trotz all des Schmerzes nie alleine waren, dass aus dem Nichts Menschen in unser Leben treten, die uns unterstützen, dass wir durch unsere Authentizität und Aufrichtigkeit Menschen die wir lieben, auf ganz anderer Ebene begegnen können. Das wir den anderen so sehen können, wie er wirklich ist. Das wahrhaftige Liebe nicht im Festhalten besteht, sondern in dem tiefen Wunsch, das man selbst und der andere glücklich sein möge. Sich selbst in seiner Schwäche, in seiner Angst und Verletzlichkeit zu zeigen, befreit uns, und befreit die Menschen, die mit uns zu tun haben. Denn sie können sich selbst annehmen wie sie sind.

Was ist, wenn es all diesen Schmerz wert ist?

Was ist, wenn wir uns erst nachdem wir diesen angenommen haben und so auch den anderen Menschen annehmen können wie er ist, wir endlich frei sind, aufrichtig und ehrlich wir selbst zu sein?

Was ist wenn es das wert ist, den Menschen den man aufrichtig liebt loszulassen und ihm seinen Weg zu lassen, um ihm dann auf ganz anderer wahrhaftigere Weise zu begegnen?

Was ist wenn wir durch unseren Schmerz lernen, was Dankbarkeit bedeutet und das es Menschen gibt, die uns in Zeiten größter Unsicherheit immer zur Seite stehen, einfach so, weil sie es möchten?

Was ist, wenn solche Zeiten die größte Chance sind, uns selbst zu leben?

Was ist , wenn es der größte Mut ist, weiterzugehen und auch zu riskieren dass man stolpert?

Denn wenn wir am Boden liegen, bedeckt mit Staub und schmerzenden Gliedern, dann haben wir

zwei Möglichkeiten: Wir können liegen bleiben, weil wir Angst haben, wenn wir jetzt aufstehen, dass wir irgendwann wieder fallen könnten oder aber wir stehen wieder auf, ganz behutsam und vorsichtig, putzen uns den Staub von unserem Mantel und gehen vorsichtig erste Schritte.

Die ersten Schritte tun wahrscheinlich noch weh und sich unsicher und wackelig, aber mit jedem Schritt, werden unsere Bewegungen kräftiger, und wir fühlen wie die Kraft wieder zurückkommt.

Und ist die Sicht dann nicht ganz eine andere? Können wir die Welt nicht ganz anders wahrnehmen? Haben wir nicht unglaublich viel gelernt? Das es wertvoll und wichtig ist, dankbar für die scheinbar kleinen Dinge zu sein, dass das was uns trägt nicht in scheinbaren Sicherheiten zu finden ist, sondern in uns selbst. Das die Liebe und Freundschaft es ist, die bleibt wenn so vieles da draussen wegbricht.

Dieser Mensch der wir dann geworden sind, weiß dies alles, er hat es selbst erfahren. Wie kann er jemals einen anderen Menschen wieder dafür verurteilen, wenn dieser am Boden liegt?

Und die Frage ist, ist es nicht das, was wir wieder lernen dürfen? Mitgefühl für uns und andere?

Wie oft werden wir noch fallen? Das wissen wir nicht, aber wir können erkennen, dass jeder Sturz nicht nur Narben verursacht sondern uns sehr bedeutende Dinge über das Leben lehrt.

Wie oft werden die Dinge im Aussen wegbrechen? Auch das wissen wir nicht, aber wir wissen, dass wir in solchen Situationen wahre Werte erkennen, denn wann sonst können wir erkennen was Vertrauen wirklich bedeutet.

In diesem Sinne viel Kraft und Liebe in stürmischen Zeiten,

eure Julia

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