Was Natascha Kampusch mit 2 Trampern gemeinsam hat oder warum wir nicht ohne Angst sein müssen um mutig zu sein

Was Natascha Kampusch mit 2 Trampern gemeinsam hat oder warum wir nicht ohne Angst sein müssen um mutig zu sein

Natascha Kampusch am Spielplatz

In den letzten Monaten durfte ich vielen spannenden Menschen begegnen und zwei dieser Begegnungen möchte ich gerne mit euch im heutigen Blogeintrag teilen.

Ich war mit meiner Tochter auf unserem Spielplatz, andem sich immer viele Kinder tummeln. Ich habe die große Ehre, dass mir die Kinder immer mal wieder erzählen, was sie bewegt. Heute erzählte mir ein 11- jähriges Mädchen, dass sie die Geschichte von Natascha Kampusch im Fernsehen gesehen hatte. Sie erzählte mir die ganze Geschichte, bis ins kleinste Detail. Sie konnte gar nicht mehr aufhören, darüber zu sprechen. Verwundert fragte ich sie, warum sie dieses Thema denn so interessiere. Sie sagte: “ Ich muss darüber reden, denn das Thema macht mir so viel Angst und wenn ich nicht darüber spreche, dann bleibt die Angst einfach in mir drin und wird immer mehr und mehr, darum rede ich darüber, dass die Angst aus mir raus kann und nicht in mir gefangen bleibt.

Die Weisheit des Trampers

Mia und ich waren mit dem Auto unterwegs, es war sehr heiß und Mia schien die Sonne mitten ins Gesicht. Daher bogen wir ab, um auf einer Raststation ein Tuch zum Abdunkeln ins Fenster zu hängen. Während ich das Tuch bei Mia´s Fenster einklemmte, kamen 2 Tramper auf unser Auto zu, ein Mädchen und ein Junge und fragten, ob wir sie ein Stück mitnehmen konnten.

Ja klar sagte ich, und der Junge setzte sich neben mich und das Mädchen setzte sich auf die Rückbank neben Mia.

Der Junge und ich sprachen in Englisch und er erzählte mir, dass sie beide ihren ganzen Urlaub lang trampen. Das Mädchen und Mia hatten in der Zwischenzeit einen Riesenspass auf der Rückbank, obwohl sie kein Wort voneinander verstanden. Dann fragte ich den Jungen, wie es ihnen denn erginge, ob viele Leute stehen blieben um sie mitzunehmen. Er antwortete mir: Es bleiben nicht mehr so viele Menschen stehen, man merkt dass die Menschen Angst haben. Sie haben zuviele Geschichten im Fernsehen gesehen und in der Zeitung gelesen, sie können gar nicht anders als Angst davor zu haben. Wie soll man auch anders denken, wenn man nur solche Geschichten gehört hat. Das Problem mit der Angst ist dann, dass man keine anderen Erfahrungen machen kann, die einem vielleicht das Gegenteil beweisen und so bleibt man weiterhin in dem Glauben, dass die Angst seine volle Berechtigung hat. Mich bewegte diese Antwort sehr. Ich fragte ihn noch nach ihren Erfahrungen mit den Menschen die sie mitnehmen.

Er antwortete: Die Menschen, die uns dann mitnehmen, die machen oft unglaubliches für uns. Einer hat sogar mit uns in einer Stadt übernachtet, weil es draussen geregnet hat, damit wir nicht zelten müssen.

Ja diese Menschen geben auch uns das Vertrauen unseren Weg so fortsetzen zu können.

Was ist, wenn wir lernen dürfen unseren eigenen Begegnungen zu glauben? Was ist wenn wahre Begegnung nur möglich ist, wenn wir unsere vorgefertigten Bilder in unserem Kopf verwerfen und uns darauf einlassen? Was ist, wenn es ok ist Angst zu haben und sie dann rauszulassen? Was ist wen es gar nicht nötig ist keine Angst zu haben, sondern wenn wir lernen dürfen mit ihr umzugehen? Was ist wenn die Angst dazu da ist, um uns mutig zu machen?

Ich wünsche euch einen Sommer voller schöner Begegnungen ..

Eure Julia

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